OSI-Schichtenmodell
Stand: 01.01.1999
 
Unter dem Titel "Reference Model for Open System Interconnection - OSI" veröffentlichte die International Standards Organization (ISO) zu Beginn der 80er Jahre eine Rahmenarchitektur für Rechnernetze. OSI definiert eine allgemeine, aus sieben Schichten bestehende Architektur und legt fest, welche Protokolle und Dienste in den einzelnen Schichten implementiert werden können.

Im einzelnen handelt es sich dabei um folgende Schichten:

  1. Bitübertragungsschicht (Physical layer): Die Bitübertragungsschicht befaßt sich mit der physikalischen _bertragung von Bitströmen zwischen Rechnern und der Schnittstelle vom Rechner zum _bertragungsmedium.

    Beispiele für Geräteschnittstellen dieser Schicht sind

    • CCITT V.24
    • Zugriffseinheiten für lokale Netze, wie ISO 8802-3 Ethernet.
  2. Verbindungsschicht (Data Link Layer): Für die blockorientierte Datenübertragung zwischenzwei unmittelbar benachbarten Rechnern ist die Verbindungsschicht zuständig. Sie muî _bertragungsfehler erkennen und gegebenenfalls korrigieren sowie Verfahren zur Fluîregulierung (Geschwindigkeitsanpassung zwischen Sender und Empfänger implementieren.

    Beispiele für Implementierungen dieser Schicht im LAN-Bereich sind:

    • ISO 8802-3 Logical Link Control (LLC),
    • ISO 8802-3 CSMA/CD Media Access Control (MAC),
    • ISO 8802-5 Toeken Ring Media Access Control (MAC),
    • ISO 9314-2 FDDI Token Ring Media Access Control (MAC).

    Beispiele für Implementierungen dieser Schicht im WAN-Bereich sind:

    • CCITT X.25 Link Access Control (LAP),
    • CCITT Q.992 Frame Relay,
    • CCITT 1.440 ISDN Data Link Protocol.
  3. Netzwerkschicht (Network Layer): Die Aufgabe dieser Schicht ist die _bertragung von Datenpaketen zwischen Endsystemen über mehrere Teilstrecken hinweg. Dazu gehören z.B. die Wegewahl (Routing), das Multiplexen von verschiedenen Endsystemverbindungen über eine Zwischenverbindung sowie die Fehlerbehandlung und Fluîregelung zwischen Endsystemen.

    Beispiele für Implementierungen dieser Schicht sind:

    • CCITT X.25 Packet Level Protocol,
    • CCITT I.450 Network Protocol,
    • ISO 8473 Connectionless Network Protocol.
  4. Transportschicht (Transportation layer) Sie hat die Aufgabe, Verbindungen zwischen Anwendungsprozessen auf unterschiedlichen Rechnern zu ermöglichen. Die Programmierschnittstellen zur Transportschicht sind deshalb auch mit solchen zur Interprozeîkommunikation vergleichbar.

    Verbreitete Schnittstellen für diese Schicht sind:

    • X/Open XTI (Extended Transport Interface),
    • Berkley Sockets.
    Die ISO hat daneben im STandard 8073 eigene, OSI-konforme Transportprotokolle definiert. Diese haben jedoch nur geringe Verbreitung am Markt gefunden.
  5. Kommunikationssteuerungsschicht (Session Layer): Sie bietet im Gegensatz zu den Basisdiensten der Transportschicht leistungsfähige Funktionen für die Synchronisation und Organisation der Kommunikation zwischen zwei Anwendungsprozessen. OSI-konforme Protokolle dieser Schicht haben jedoch nur geringe Marktakzeptanz gefunden.

    Verbreitete Programmierschnittstellen für diese Schicht sind:

    • Remote Procedure CAll (RPC),
    • APPC/LU6.2,
    • APPC/LU6.2,
    • Named Pipes,
    • CPI-C.
  6. Darstellungsschicht (Presentation Layer): Diese Schicht stellt Anwndungsprozessen allgemeine, hochwertige Dienste für die Kommunikation in verteilten Umgebungen zur Verfügung. Die Endanwendungen - die Dienstnehmer - sind allerdings nicht Bestandteil des ISO-Referenzmodells. Beispiele für derartige Dienste sind
    • ISO 8571 File Transfer, Access and Management (FTAM),
    • CCITT X.400 Message Handling System (MHS),
    • CCITT X500 Directory Service (DS),
    • ANSI X12 Electronic Data Interchange (EDI).

Vielleicht haben Sie einige bekannte Protokollbezeichnungen bei der obigen Schichtenbeschreibung vermiît? Tatsächlich existierten einige wichtige Netzwerkprotokolle, wie TCP/IP (Transmission Control Protocol / Internet Protocol) und IBMs SNA (System network Architecture) bereits vor der Veröffentlichung des OSI-Referenzmodells durch die ISO, so daî diese Protokolle nicht vollständig dieser Architektur entsprechen.

Quelle: Rüdiger Buck-Emden, Jürgen Galinow: Die Client/Server-Technologie des SAP-Systems R/3

 

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