Geodaten in Baden-Württemberg werden interoperabel
09.04.2004
 
Präsentation einer preisgekrönten Master-Thesis an HfT Stuttgart

Am 31.03.04 folgten zahlreiche Vertreter von Behörden, privaten Büros und Software-Herstellern einer kurzfristigen Einladung von Prof. Rainer Kettemann zur Präsentation der im Labor für Geo-Informatik an der Hochschule für Technik, Stuttgart gefertigten Master-Thesis von Alex Khaemba, MSc aus Kenia.

Vertreten waren das Ministerium für Umwelt und Verkehr, das Landesvermessungsamt und das Landesamt für Flurneuordnung und Landentwicklung, die Landesanstalt für Umweltschutz, die Forstdirektion Tübingen, die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, die Städte Böblingen, Stuttgart und Waiblingen, die Büros Baral und Hils sowie die Firma INTERGRAPH.

Alex Khaemba stellte seine Arbeit persönlich vor. Er hat Daten aus unterschiedlichen Quellen in einem Portal auf Basis der OGC WMS Spezifikationen zur interoperablen Nutzung im Inter-/Intranet zusammengeführt.

Im Bereich der Geo-Informationssysteme (GIS) werden Internet-/Intranet-Technologien mehr und mehr genutzt. Sogenannte MapServer verschiedenster Anbieter sind in der Lage, auf Anfrage eines Benutzers eine Karte nach dessen Bedürfnissen zu produzieren und diese in seinem Browser darzustellen. Der Informationsgehalt beschränkt sich dabei normalerweise auf die Daten dieses Anbieters. Durch die gleichzeitige Darstellung der Inhalte mehrerer Datenlieferanten läßt sich der Informationsgehalt erheblich steigern. Khaemba hat diese Möglichkeit in seiner Arbeit durch die Konfiguration eines Portal-Clients geschaffen. Er hat dabei Datenbestände folgender Anbieter zusammengeführt:

  • Landesvermessungsamt (über Internet),
  • Verband Region Stuttgart (über Internet),
  • Landesanstalt für Umweltschutz (über Internet),
  • Stadt Böblingen und Stadtwerke Böblingen (Sekundärdaten über Intranet im Labor für Geoinformatik).

Diese Daten liegen verteilt auf sechs räumlich getrennten Rechnern und werden von drei verschiedenen Mapservern bereitgestellt (GeoMedia WebMap, ArcIMS und UMN). Die Lösung basiert auf den Normen des OGC (Open GIS Consortium), das weltweit Standards im Bereich offener Geo-Informationssysteme schafft.

Khaembas Arbeit wurde mit Preisen führender Hersteller von GIS-Software ausgezeichnet. Bemerkenswert ist dabei, daß die beiden Wettbewerber ESRI und INTERGRAPH gemeinsam einen sogenannten Interoperabilitäts-Award verliehen - das ist gelebte Interoperabilität. Die zweite Auszeichnung erhält er in Kürze bei der GeoSpatialWorld 2004 in Miami von der Firma INTERGRAPH. Er hat bei deren international ausgeschriebenem Poster-Wettbewerb den zweiten Platz belegt.

Die Präsentation wurde abgerundet durch einen kurzen Vortrag von Prof. Rainer Kettemann, der dabei den Bogen vom derzeitigen Stand über die künftigen Entwicklungen bis hin zu den Wünschen an die Softwarehersteller spannte.

Das rege Interesse der Anwesenden und die Diskussion im Anschluß an die Präsentationen sind ein Indiz dafür, daß dieses Thema topaktuell ist und mit Sicherheit an der Hochschule weiterverfolgt werden wird.

Roland Hahn, HfT Stuttgart

Weitere Informationen: http://www.fht-stuttgart.de/fbv/fbvweb/veranstaltungen/Master-Thesis/Master-Thesis.htm
Quelle: Roland Hahn, HfT Stuttgart

 

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