In der Bundesrepublik Deutschland haben zur Zeit vier Bezugssysteme eine
besondere Bedeutung:
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In den alten Bundesländern und - nach der Wiedervereinigung - im gesamten
Bundesgebiet ist das geodätische Bezugssystem auf das Potsdamer Datum,
bezogen auf das Bessel-Ellipsoid, verwendet. Die Abbildung der
Erdoberfläche erfolgt in einem geographischen Koordinatensystem
(Länge, Breite) oder in einem Gauß-Krüger-System mit drei
Grad breiten Meridianstreifen.
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In der ehemaligen DDR wurde das System 42/83, basierend auf dem
Krassowskiy-Ellipsoid, in einem Gauß-Krüger-System mit sechs
Grad breiten Meridianstreifen verwendet.
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Das militärische Geowesen verwendet den europäischen Nato-Standard
mit dem Europäischen Datum ED50 auf dem internationalen Hayford-Ellipsoid
mit Abbildung im UTM-Streifensystem (Universale transversale Mercatorprojektion)
mit sechs Grad breiten Streifen.
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Durch die Nutzung des Globalen Positionierungssystem (GPS) gewinnt das 1984
festgelegte, weltweit gültige World Geodetic System WGS84 immer mehr
an Bedeutung.
Für die länderübergreifende Nutzung von Geodaten ohne aufwendige
Transformationsschritte werden weltweit einheitliche geodätische
Bezugssysteme nötig. Ein solches Bezugssystem ist das
IERS-Terrestrial Reference Frame (ITRF; IERS = International Earth Rotation Service)
System ITRS89 mit dem ITRF89-Datum.
Ursprung des ITRF ist der Massenmittelpunkt der Erde, die Z-Achse ist die mittlere Rotationsachse der Erde, die im "IERS-Reference Pole" die Erdkruste durchstößt. Der
IERS-Referenzpol ist im Rahmen der Realisierungsgenauigkeit (0,03") konsistent mit dem "Conventional International Origin (CIO)". Die Y-Achse fällt in die
0°-Meridianebene (Greenwich-Meridian), die durch Längenzuordnungen von Referenzstationen festgelegt ist.
Im geodätischen Datum des ITRF werden zu Beginn eines jeden Jahres (z.B. 1989.0) für ca.
180 weltweit verteilte Stationen Koordinatensätze mit Bewegungsvektoren
gerechnet.
Ausgangselemente für das europäische Datum ETRS89 sind die für den Beginn des
Jahres 1989 (1989.0) abgeleiteten ITRF-Koordinaten der europäischen
ITRF-Stationen. Diese Koordinaten definieren das ETRS89, das damit invariant gegenüber Änderungen ist, die sich aufgrund z.B. atlantischer Driftraten in den
ITRF-Koordinaten der europäischen Stationen ergeben.
Für Europa ist das daran angeschlossene
European Terrestrial Reference Datum ETRF89 -Datum bestimmt worden, das die
Grundlage für das European Terrestrial Reference System ETRS89.
Für die Berechnung geographischer Koordinaten und (ellipsoidischer) Höhen im ETRS89 wird das Ellipsoid des Geodätischen Referenzsystems 1980 (GRS80)
verwendet.
Die Arbeitsgemeinschaft der
Vermessungsverwaltungen der Bundesrepublik Deutschland (AdV) hat 1991
für alle Aufgabenbereiche des Vermessungs- und Katasterwesens die
Einführung des ETRS89-Bezugssystems beschlossen. Dabei wird das
GRS80-Ellipsoid (Geodetic Reference System 1980) zugrundegelegt, das bis
auf wenige Millimeter mit GDS84 übereinstimmt. GPS-Daten können
bei dieser geringen Abweichung als Angaben in diesem System betrachtet werden.
Als Abbildungsverfahren wird Universal Transversal Mercatorprojection (UTM) festgelegt.
Die Umsetzung des AdV-Beschlusses, ursprünglich für die
Jahrtausendwende geplant, wird jedoch einen längeren Zeitraum in Anspruch
nehmen, in dem die bisher verwendeten Bezugssysteme neben den neuen verwendet
werden müssen.
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