Bei Phänomenen mit Raumbezug finden wir eine große Reihe von Erscheinungen, deren räumliche Ausdehnung oder deren Attributwerte sich im Laufe der Zeit ändern können.
Ein Stausee ändert in Abhängigkeit von Niederschlägen und entnommenem Wasser seine Größe; gleichzeitig ändert sich das Stauvolumen und der Druck, der auf der Staumauer lastet. Die Atmosphäre ändert sich fortlaufend durch Luftdruck- und Temperaturunterschiede sowie die vertikale Schichtung. In einem Versorgungsnetz werden Leitungen stillgelegt und durch neue Leitungen ersetzt. Das bei einer Kläranlage ankommende Abwasser ändert seine Menge und chemische Zusammensetzung. Grundstücke werden geteilt oder verschmolzen und wechseln ihren Eigentümer.
Die zeitliche Gültigkeit von Attributwerten
und Geometrien wird bislang durch Datenhaltungssysteme und GI-Systeme nur
unvollkommen unterstützt. Die Notwendigkeit, den zeitlichen Verlauf
im System abzubilden, muß bei der Datenmodellierung und gegebenenfalls
bei der Systemausschreibung entsprechend berücksichtigt werden. Im
Rahmen der Datenmodellierung können dazu zusätzliche Angaben
zur Historie des Objekts (Datum der Entstehung des Objektes, Datum
des Untergangs des Objektes) vorgesehen werden.